Die Corona-Krise – Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaft

In folgendem Beitrag stelle ich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise, insbesondere für den deutschen Sparer und Aktionär dar.

Zudem gehe ich auf den Verlauf und die Verbreitung, Sterblichkeitsrate und Symptome des Corona-Virus ein.

corona-krise
Geldspritze in der Corona-Krise.

Mindset in der Corona-Krise

In Krisenzeiten zeigt sich das Mindset der Menschen ganz deutlich. So wie jetzt während der alle Nachrichten beherrschenden Corona-Krise.

Während die einen den Untergang des gesamten Finanzsystems nebst Ende des Euros prophezeien, halten andere wiederum das Ganze für eine Verschwörung, um grundlegende Freiheitsrechte wie Versammlungsfreiheit etc. abzuschaffen.

Beide Sichtweisen sind typisch für eine Welt der scheinbar absoluten Wahrheiten, einem Denken in ,,schwarz‘‘ und ,,weiß‘‘. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen, erfahren werden wir es sowieso nicht.

Fakt ist, dass es derartige, von Regierungen auf der ganzen Welt beschlossene, weitreichende Maßnahmen in Zuge des sich ausbreitenden Virus, in dieser Form zuvor noch nicht gab.

Weder bei der Sars-Pandemie 2002/2003, noch bei der Schweinegrippe-Pandemie (Pandemie H1N1 2009/2010) wurden annähernd drastische und vor allem globale Maßnahmen ergriffen. Die Lage ist also ernst und wird zumindest von den (meisten) Regierungen der Welt ernst genommen. Das sollte mittlerweile dem Letzten klar geworden sein.

Durch die heutzutage fast unbegrenzte Reisefreiheit und der schnellen Verbreitung durch den Flugverkehr, wurde das Virus in kürzester Zeit zu einem globalen Problem, während frühere Pandemien meist eher regional oder national begrenzt blieben.

Verlauf und Verbreitung des Virus

Spätestens, nachdem China Millionen Bürger unter Quarantäne gestellt und ganze Mega-Cities abgeriegelt hatte, und dadurch in Kauf nahm, dass die in den letzten Jahren sowieso schon vergleichsweise weniger stark gewachsene Wirtschaft weiter stagnieren könnte, sollte einem die Ernsthaftigkeit der Lage klar geworden sein.

Denn eines muss man sich vor Augen führen: Es geht der chinesischen Regierung (wie den allermeisten anderen Regierungen auch) in erster Linie um wirtschaftliche Belange. Und damit um Geld. Viel Geld. Ein paar Menschenleben sind aus dieser Sicht unbedeutend.

Unter anderem deshalb hatte die chinesische Regierung zunächst auch nur zögerlich auf den Virus-Ausbruch reagiert und versucht, diesen unter Verschluss zu halten (und klar, China kann es natürlich auch nicht recht sein, nach dem Sars-Virus mit einem weiteren Virus in Verbindung gebracht zu werden).

Nachdem sich dann abzeichnete, dass die Verbreitung des Virus nicht ohne Weiteres einzuschränken war, die Fallzahlen rapide anstiegen und der Tod des Arztes Dr. Li Wenliang die öffentliche Stimmung zusätzlich anheizte, sah sich die chinesische Regierung zum schnellen Handeln gezwungen.

Was folgte war die Quarantäne von Millionen Chinesen. Doch zu diesem Zeitpunkt war es natürlich schon zu spät und das Virus hatte sich bereits außerhalb Chinas verbreitet. Nur der strikten Ausgangssperre innerhalb Chinas ist es zu verdanken, dass Stand Anfang April in China nur noch wenige Neuinfektionen verzeichnet werden.

Diese offiziellen Zahlen sind natürlich mit äußerster Vorsicht zu genießen und die Gefahr einer zweiten (oder dritten) Infektionswelle nach Lockerung der Quarantäne-Maßnahmen besteht durchaus. Stand Anfang April nimmt die Zahl der Corona-Infizierten in China aufgrund einer geänderten Zählweise wieder zu…traue keiner Statistik, die du nicht selbst…und so weiter.

Für Europa kann man schätzungsweise annehmen, dass die Infektion dem Verlauf in China ca. 1,5 Monate hinterherhinkt. Diese Annahme zugrunde gelegt, kann ein Höhepunkt der Infektion in Europa ca. Ende April angenommen werden. Dies ist natürlich nur eine grobe Schätzung und regional unterschiedlich. Zumindest für Deutschland gilt zudem, dass die Quarantäne-Maßnahmen (Stand 01.04.2020) weitaus lascher sind, als in China zum Höhepunkt der Infektion.

Hier in Deutschland gibt es bei gutem Wetter, trotz Ausgangsbeschränkung und Kontaktverbot, immer noch zu viele Leute die meinen, sich treffen zu müssen.

Aufgrund der lascheren Maßnahmen als in China ist ein deutlich langsameres Abflachen der Infektionskurve in Deutschland somit nicht ausgeschlossen.

Weitere Unklarheit bzgl. des Virus besteht auch darin, ob man sich nach überstandener Infektion erneut anstecken kann und die Geschwindigkeit, mit der das Virus mutiert, was insbesondere im Zusammenhang mit der Erforschung eines Impfstoffes wichtig ist. Es gibt jeweils Studien, die sowohl das eine, als auch das andere nahelegen.

Sterblichkeitsrate bei Corona

Ebenfalls besteht noch Unklarheit darüber, warum die Sterberate je Land und vor allem innerhalb Europas während der Corona-Krise so extrem voneinander abweicht.

In Italien beträgt die Sterblichkeitsrate Stand 01.04.2020 ca. 11 %. In Spanien knapp 9 % und in Deutschland dagegen nur ca. 1 %, nachzulesen hier.

Woher kommen diese extremen Unterschiede? Lassen sich die Unterschiede wirklich nur damit erklären, dass Deutschlands Gesundheitssystem so viel besser als das Italienische sei?

Dies ist keine zufriedenstellende Erklärung. Gerade der reiche Norden Italiens um Mailand verfügt über einen medizinischen Standard, der durchaus mit Deutschland vergleichbar ist.

Allerdings gibt es in Italien je 1000 Einwohner nur ca. 4,09 Ärzte, in Deutschland sind es immerhin ca. 4,33 Ärzte je 1000 Einwohner.

Als weiterer Grund wurde die Familienstruktur herangezogen. In südlicheren Ländern in Europa wohnen die Familien oft als Großfamilie, mit Enkeln und Großeltern unter einem Dach. Dies könnte begünstigt haben, dass sich besonders viele, zur Risikogruppe gehörenden Ältere angesteckt haben und sich somit die Sterberate insgesamt erhöht hat.

Vielleicht hatte Deutschland auch bisher einfach nur Glück gehabt, da die Infektionen hierzulande anfangs vor allem von jüngeren Leuten, wie Skifahrern, aus dem Urlaub eingeschleppt wurden, welche das Virus hauptsächlich in ihrer Altersgruppe, mit meist milderem Verlauf, verteilten.

Oder aber der Grund ist in unterschiedlicher statistischer Auswertung zu suchen.

Möglicherweise wird in Italien auch einfach häufiger getestet, als in Deutschland, die Dunkelziffer der weltweit Infizierten dürfte sowieso deutlich höher sein als die offiziellen Zahlen.

Man kann somit festhalten, dass Stand Anfang April sehr viele Vermutungen zum Virus und kaum validierte Fakten im Umlauf ist.

Und während in der deutschen Berichtserstattung neben Deutschland, Italien und Spanien nun auch über die rasante Verbreitung in den USA berichtet wird haben Viele, Länder mit unzureichendem Gesundheitssystem gar nicht auf dem Schirm. Dabei werden es gerade solche Länder, wie Indien, Länder in Afrika etc. sein, in denen sich das größte Drama abspielt und abspielen wird.

Symptome des Corona-Virus

Es gibt bei Corona nicht ,,DIE Symptome‘‘, anhand derer sich das Virus zweifellos nachweisen ließe. Stattdessen gibt es eine breite Palette unterschiedlicher Symptome, die so auch bei anderen Krankheiten (wie z. B. einer Grippe) auftreten können.

Viele Infizierte haben nur ganz leichte Symptome oder sind sogar symptomfrei. Diese Personen wissen nicht, dass sie sich bereits infiziert haben, und sorgen für die zusätzliche Verbreitung des Virus. Dies ist unter anderem ein Grund für die schlechte Beherrschbarkeit von COVID-19.

Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Krise

Vorweg: Es gibt derzeit noch zu viele Unklarheiten, um den weiteren Verlauf des Virus seriös beurteilen zu können. Weder steht fest, wie lange das Virus noch wüten wird, noch, wie viele sich noch anstecken und daran sterben werden. Auch sind damit zusammenhängend die Dauer der Quarantäne-Maßnahmen und die konkreten Auswirkungen auf die Wirtschaft bestenfalls abschätzbar.

Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die wirtschaftlichen Einschneidungen enorm sein werden. Bereits jetzt melden zahlreiche Firmen Kurzarbeit und Entlassungen.

Betriebe stehen still, Aufträge bleiben aus, nicht immer ist die Arbeit im Home Office möglich. Insbesondere, wenn das Virus nachlässt und der Betrachtungsschwerpunkt vom Gesundheitssystem zum Wirtschaftssystem schwenken wird, wird das ganze Ausmaß der Krise für die Wirtschaft sichtbar werden.

Kredite, die jetzt schnell und unbürokratisch an Firmen und Unternehmer vergeben werden, müssen irgendwann wieder zurückgezahlt werden.

Ganze Wirtschaftszweige wie die Tourismusbranche, mit Hotelketten und Restaurants, können die mit dem Virus in Verbindung stehenden Einbußen niemals wieder ausgleichen (ein Hotelbett kann in Zukunft nicht doppelt belegt werden).

Seitens der Politik werden milliardenschwere Finanzhilfen in Aussicht gestellt. Allein in Deutschland soll die Wirtschaft mit rund 500 Milliarden Euro stabilisiert werden.

Bereits vor der Corona-Krise in wirtschaftliche Schieflage geratene Länder bekommen nun den nächsten Schlag in die Magengrube

In Italien vor allem deshalb, da insbesondere der wirtschaftlich starke Norden (derzeit) so stark betroffen ist.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will durch ein mindestens 750 Milliarden Euro schweres Notkaufprogramm von Anleihen die wirtschaftlichen Folgen im Euro-Raum abfedern. In den USA wurde gar, nach anfänglichem Zögern, ein Hilfspaket von 2,2 Billionen!! US-Dollar geschnürt. Und weitere werden höchstwahrscheinlich folgen.

Ob die Impulse dieser enormen Geldschwemme ausreichend sein werden, die Wirtschaft langfristig zu stabilisieren, bleibt abzuwarten.

Entscheidend wird letztlich sein, wie lange das Corona-Virus noch die Wirtschaft lahmlegen wird.

Weitere Auswirkungen des Corona-Virus sind unter anderem, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins auf fast 0 % gesenkt hat.

In Europa geistern sogenannte Euro-Bonds, die im Endeffekt die Vergemeinschaftung der Schulden des Euro-Raumes bedeuten würden, herum. Länder wie Italien und Frankreich drängen auf eine gemeinsame Schuldenaufnahme. Bislang lehnt die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen diese ab.

Die Gefahr, dass es dazu doch noch kommt, ist damit aber noch lange nicht gebannt. So oder so werden Länder wie Italien und Spanien nach der Krise enorme wirtschaftliche Hilfen benötigen, Deutschland als größter Nettozahler in der EU, wird dabei besonders gefordert sein.

Anders als in früheren Krisen steckt nun aber Deutschland selbst mitten in der Krise.

Diverse traditionsreiche Unternehmen, ja ganze Branchen, wie die Automobilindustrie, die wesentlich für den (früheren?) Wohlstand Deutschlands verantwortlich sind, sehen jetzt ihre Felle davonschwimmen.

Nach Schätzungen drohen allein der Automobilindustrie in Deutschland coronabedingte Umsatzverluste von bis zu 80 Milliarden Euro. Inklusive hoher Arbeitslosenzahlen.

Deutschland hat also genug mit sich selbst zu kämpfen. Grenzen wurden/werden in Europa bis auf weiteres dichtgemacht und Reisebeschränkungen ausgesprochen.

Auch wenn die Gründe in einer Pandemie und nicht dem flächendeckenden Erstarken nationaler Kräfte liegen, so ist der ursprüngliche Gedanke eines geeinten, von Reisefreiheit und wirtschaftlicher Freizügigkeit gekennzeichneten Europas, welches solidarisch im Sinne einer Werteunion (oder doch nur Währungsunion?) handelt, gerade sehr weit weggerückt.

Und spätestens im Zusammenhang mit Schulden-Vergemeinschaftungen, werden sich die Gräben zwischen den Ländern noch weiter vertiefen, Unterschiede (gerade in finanzieller Hinsicht), deutlicher denn je zutage treten.

Auswirkungen der Corona-Krise auf den Deutschen Sparer und Aktionär

Speziell in Deutschland ist der Sparer (wiedermal) der Dumme. Eine Erhöhung der Zinsen ist nun wohl auf Jahre hinaus ausgeschlossen, im Gegenteil, Negativzinsen werden vermutlich schon bald das Bild prägen.

Ganz nebenbei wurde die Erhöhung der GEZ-Gebühren ab 2021 beschlossen, während voraussichtlich ab Juli 2020 die Diäten der Bundestagsabgeordneten um 2,6 % steigen werden.

Ob die geplante Abschaffung des Soli nun wirklich kommen wird, ist nun auch mehr als fraglich. Schließlich muss ja wieder Geld reinkommen, nachdem sich schon von der ,,Schwarzen Null‘‘ aufgrund der Krise abgewandt wurde. So wird sicher die Begründung mancher Politiker lauten. Eher sind weitere Steuererhöhungen und Abgaben mittelfristig zu erwarten.

Sparen wird noch mehr als bisher betraft werden, dies gilt sowohl für den Einzelnen (durch höhere Abgaben und Null- oder Negativzins) als auch auf Länder-Ebene.

Wer als Deutscher an der Börse in Aktien investiert ist, der darf dann ab 2021 voraussichtlich noch Finanztransaktionssteuer zahlen.

Dadurch wird das langfristige Anlegen seines Geldes in Aktien, eine der letzten Möglichkeiten von Kleinanlegern in Deutschland, Vermögen aufzubauen und selbstständig für das Alter vorzusorgen, zusätzlich besteuert und somit im Endeffekt bestraft.

Dagegen sieht es im Moment so aus, dass die Spekulation mit Derivaten von der Steuer verschont bleiben soll. Absurd, oder?

Erst Corona-Krise, dann Euro-Krise?

Meiner Meinung nach wird der Euro als Währung auch diese Krise überstehen, am Leben gehalten durch Finanzspritzen und weitere Steuern, dafür wird die EU-Elite schon sorgen. Das wird dann so weitergehen – bis zur nächsten Krise.

Abschließende Worte zum Corona-Virus

Insgesamt gibt es, was das Covid-19-Virus anbelangt, einfach noch zu viele unsichere Parameter, um ernsthaft beurteilen zu können, wie sich der Virus-Verlauf in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird.

Niemand weiß genau, wann oder ob ein Impfstoff gefunden wird und wie verheerend die Auswirkungen auf die nationalen Wirtschaften sowie die Weltwirtschaft sein werden.

Dass Corona schon jetzt enorme wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Auswirkungen hat, ist unstrittig.

Alles in allem bleibt einem hier in Deutschland nur, sich an die Anweisungen zu halten, wenn möglich daheim zu bleiben, Abstand zu halten und auf seine Hygiene zu achten

Und wenn du es dann noch schaffst, halbwegs ruhig zu bleiben und klar zu denken, dann hast du schon viel gewonnen.

Vielleicht machst du sogar das Beste aus der Situation und siehst die Krise als Gelegenheit an, zu investieren und Vermögen aufzubauen.

Auch wenn dem Sparer unschöne Zeiten bevorstehen, heißt das noch lange nicht, jetzt alles auf den Kopf zu hauen.

Wie du in Corona-Krise und damit verbundenen wirtschaftlichen Einbußen sowie ggf. Kurzarbeit trotzdem Geld sparen kannst, kannst du im Artikel ,,18 aktuelle Spartipps‘‘ nachlesen.

Ansonsten bin ich auf eure Kommentare gespannt. Wie schätzt ihr die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft ein? Denkt ihr der Euro wird das überleben und wird das nun sein endgültiges Grab werden?


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