Corona-Krise am Aktienmarkt: Wie du in Krisenzeiten einen kühlen Kopf behältst

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Die Corona-Krise belastet den Aktienmarkt. Wie du mit fallenden Aktienkursen in der derzeitigen Corona-Krise am besten umgehst, zeige ich dir in folgendem Artikel.

Beachte diese Tipps und sichere dein Wertpapierdepot bestmöglich ab.

Überdenke deine Anlagestrategie, die Auswahl der Wertpapiere und teste dich selbst, dein Mindset.

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Fallende Kurse während der Corona-Krise.

Corona-Krise am Aktienmarkt – Mindset, Strategie, Wertpapierwahl

Krisenereignisse, wie die derzeitige Corona-Krise, bergen neben Risiken und enormen Kursverlusten am Aktienmarkt, auch Chancen. Man muss sie ,,nur‘‘ erkennen und ergreifen.

Entscheidend, ob man während einer solchen Krise Geld verliert und das Börsen-Boot verlässt oder kurz- bzw. langfristig wieder höhere Rendite einfährt, ist ganz entscheidend abhängig vom Mindset jedes Einzelnen.

Daneben ist es unabdingbar eine ausgereifte Strategie zu verfolgen und diese auch durchzuziehen.

Zudem ist die Wahl zur Strategie passenden Wertpapiere ein wichtiger Faktor, um am Aktienmarkt langfristig erfolgreich zu investieren.

Die drei Faktoren Mindset, Strategie und Wahl der Aktien interagieren miteinander und sollten möglichst gut zusammenpassen.

Strategie und Diversifizierung

Eine gut durchdachte Strategie, nach der du auch in Krisenzeiten agierst, ist unerlässlich für den langfristigen Erfolge an der Börse. Natürlich kannst du deine Strategie anpassen, wenn du der Meinung bist, dass das Marktumfeld Anpassungen erfordert, allerdings würde ich davon abraten, deine gesamte Strategie aufgrund von kurzfristigen Markteinbrüchen zu verwerfen. Langfristigkeit und Kontinuität zahlen sich meist aus!

Kurzfristige vs. langfristige Strategie

Beim Zurechtlegen einer Strategie musst du dich insbesondere fragen, ob du langfristig oder kurzfristig am Aktienmarkt investiert sein möchtest.

Die Spanne reicht von Daytrading bis hin zu auf Jahrzehnte angelegten Investitionen.

Generell gilt: Je langfristiger du investiert bis, desto geringer das Risiko.

Dies setzt selbstverständlich eine Diversifizierung deines Portfolios voraus. Das heißt der Kauf möglichst ,,gesunder‘‘ Firmentitel unterschiedlicher Branchen und Länder.

Ich persönlich setze auf langfristiges Investieren nach Dividendenstrategie. Für mich bedeutet der Crash in erster Linie: Nachkaufen interessanter Titel und höhere Dividendenrenditen.

Wichtig: Die zugekauften Titel müssen zur Strategie passen.

Spekulation am Aktienmarkt

Die zurzeit extreme Volatilität am Aktienmarkt bietet kurzfristig orientierten Spekulanten und Daytradern beste Bedingungen.

Bei solchen Spekulativ-Geschäften wäre ich äußerst vorsichtig.

Immer im Hinterkopf, dass ein Totalverlust dieses Spielgelds jederzeit möglich ist. Dieser potenzielle Verlust sollte dann auf jeden Fall verkraftbar sein.

Hier soll es aber um langfristiges Investieren gehen.

Mindset

Neben der Wahl einer Börsenstrategie und dem Kauf geeigneter Wertpapiere, ist an der Börse das Mindset ganz entscheidend. In Krisenzeiten, mit fallenden Kursen, mehr denn je.

Während die einen in Schockstarre verfallen oder panisch die sich im Sinkflug befindenden Aktien verkaufen, agieren andere cool und rational und können so die Lage viel besser einschätzen.

Währen der derzeitigen Corona-Krise zeigt sich wieder einmal, gerade am Aktienmarkt, ganz deutlich, wer eher zittriger Natur ist und wer die Unsicherheit stoisch aussitzt, bzw. noch besser die Lage mit Abstand betrachtet, abwartet und zu einem geeigneten Zeitpunkt kauft oder verkauft.

Was ein ,,geeigneter Zeitpunkt‘‘ ist, ist natürlich subjektiv. Wenn man 10 Leute fragt, erhält man 10 verschiedene Antworten.

Diese Fragen solltest du dir stellen

Wie du in Krisen agierst, ist ganz entscheidend für den langfristigen Erfolg an der Börse.

Gerätst du schon ins Schwitzen, wenn dein Depot mal 20 % im Minus ist?

Schaust du trotz Stopp-Loss-Absicherung mehrmals täglich in dein Aktiendepot, um ja rechtzeitig aussteigen zu können, wenn du der Meinung bist, es geht weiter abwärts?

Und verkaufst du panisch und mit Verlusten, weil du die Verluste ,,minimieren‘‘ willst, da es ja ,,eh noch weiter runter geht‘‘?

Wenn die Antwort auf mindestens eine dieser Fragen ,,ja‘‘ lautet, dann solltest du dich Folgendes fragen:

  • Verfolgst du eine langfristige Anlagestrategie?
  • Hast du dich vor dem Kauf der Wertpapiere ausgiebig mit dem Geschäftsmodell, früheren Gewinnen, prognostizierten Gewinnen und weiteren Kennzahlen der Unternehmen beschäftigt, bevor du diese gekauft hast?

Wenn du die obigen beiden Fragen mit ,,ja‘‘ beantworten kannst, dann ist doch alles gut. Dann hast du damals die Aktien gekauft, weil du von der Qualität der Unternehmen überzeugt warst und zudem angenommen hast, dass der Aktienwert unterbewertet ist, oder?

Somit sollte auch ein Fallen der Kurse zu verkraften sein, da man dann ja überzeugt ist, dass die Kurse (mittel- bis langfristig) wieder steigen und neue Hochs austesten.

Am wichtigsten an der Börse: Umfassend informieren!

Wenn deine Antwort allerdings ist, dass du ,,einfach mal etwas gekauft‘‘ hast, dann soll das dir eine Lehre sein, sich vorher -und das sollte man in allen Bereichen machen- eigenständig und umfassend zu informieren.

Sollte ich jetzt noch Wertpapiere kaufen?

Ich persönlich würde auch jetzt noch (Stand Anfang April) Aktien nachkaufen, da es meiner Meinung nach immer noch einige stark unterbewertete Titel gibt.

Und ja, natürlich ist es möglich, dass -gerade mit Blick auf die rasant steigenden Corona- und Arbeitslosen-Zahlen in den USA-, es noch einmal 30 % oder mehr am Aktienmarkt abwärts geht.

Im Endeffekt weiß es keiner.

Daher gilt umso mehr: Verfolge stoisch deine Strategie, kaufe nur Wertpapiere, von deren jetziger Unterbewertung und langfristigem Erfolg du überzeugt bist und die zu deiner Strategie passen.

Somit gilt die Devise: Krisenzeiten sind die Zeiten der Mutigen. Lieber einsteigen, wenn du der Meinung bist, dass es das Risiko wert ist, als es nicht zu probieren – denn dann hast du von vornherein verloren.

Warum der Corona-Crash unvermeidbar war

Über elf Jahre dauerte der jüngste Bullenmarkt, ehe der Corona-Crash dem ein jähes Ende setzte.

Dabei kann man leicht vergessen, dass die letzten Jahre extrem fette Jahre für die Aktionäre waren.

Allein im Jahr 2019 legte der DAX ca. 25% zu. Es scheint so, dass vor dem Crash von Vielen jährliche Renditen von weit mehr als 10 % als selbstverständlich angenommen wurden.

Vor allem US-Tech-Aktien waren vor dem Crash heillos überbewertet. Ein Crash war unvermeidbar, die Realleistung vieler Firmen und die Bewertung am Aktienmarkt gingen schon länger teils extrem auseinander.

Corona war somit nur der Tropfen, der das Fass schlussendlich zum Überlaufen brachte. Ohne Corona-Krise hätte es sicher auch einen Einbruch am Aktienmarkt gegeben, vllt. erst 1, 2 Jahre später, aber ganz bestimmt. Unbegrenztes Wachstum gibt es nun einmal nicht.

Schade ist allerdings, dass durch den Crash das zarte Pflänzchen an Aktien-Kultur in Deutschland nun wohl zertrampelt wurde.

Viele Börsenanfänger, die Ende 2019 einstiegen und nun in Panik mit Verlust verkauft haben, werden nun wohl der Börse endgültig den Rücken kehren.

Dies ist insbesondere deshalb tragisch, da auf kurz oder lang nun einmal ein Investment an der Börse alternativlos ist, um privat vorzusorgen und sich ein Vermögen aufzubauen.

Investieren ist nicht gleich spekulieren

Wer den Aktienmarkt als einzigen Spekulanten-Treff ansieht, der hat nichts verstanden. Natürlich gab, gibt und wird es immer Spekulanten geben.

Doch ändert das nichts daran, dass man sich selbst durch seine eigene, langfristig angelegte Strategie, die auf Diversifizierung und Investition in unterschiedliche Firmen beruht, größtmögliche Sicherheit geben kann.

Mit einer langfristigen Strategie lassen sich auch Krisen aussitzen bzw. im Optimalfall nutzt man die Chance und kauft nach.

Langfristiges Investieren ist nun mal ungleich kurzfristiges und auf ,,das schnelle Geld‘‘ fokussierte Spekulieren.

Und mal ganz ehrlich: Wenn du 10 verschiedene Aktien (qualitativ hochwertig) im Depot hast, ist die Wahrscheinlichkeit, dass all diese Firmen Pleite gehen geringer, als dass der Euro baden geht und dein Erspartes auf dem Konto futsch ist. Davon abgesehen, dass du inflationsbedingt Geld verlierst, wenn du dein Geld auf dem Konto liegen lässt.

Zusammenfassung: So überstehst du den Corona-Crash am Aktienmarkt

Hier die Zusammenfassung der wesentlichen Punkte, die du in der Krise beachten solltest.

Anlagestrategie

Verfolge weiterhin deine Anlagestrategie oder passe sie ggf. den neuen Gegebenheiten an. Wenn du -so wie ich- eine langfristige Strategie verfolgst, sollte sich wenig ändern. Kaufe etappenweise nach und bleib ruhig.

Qualitätsaktien

Ebenso entscheidend wie deine Anlagestrategie sind die Wertpapiere in deinem Depot.

Die Aktien (oder Aktienfonds, ETF) müssen zur Strategie passen.

Wenn du langfristig investiert bist, wirst du wahrscheinlich größeres Augenmerk auf die Dividende bzw. Dividendenentwicklung und die potenziellen Wachstumschancen des Unternehmens legen.

Mindset

Bleibe ruhig. Panik sorgt für Kurzschlussreaktionen und führt selten bis nie zu Erfolg. Betrachte die Krise, auch wenn dein Depot im Minus ist, als Chance, günstig nachzukaufen.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Etwa, wenn die Kurse wieder höher stehen? Niemand kann mit Sicherheit sagen, wann die Bodenbildung erreicht ist. Und schon gar nicht während der derzeitigen Corona-Krise am Aktienmarkt. Wenn ich finde, dass eine gute Aktie unterbewertet ist, sie ins Portfolio passt, dann kauf ich sie.

Finanzielles Polster

Es sollte selbstverständlich sein, dass du folgendermaßen agierst: Investiere nur Kapital, worauf du nicht unmittelbar angewiesen bist. Sonst kann es schnell mal sein, dass du kurzfristig dein investiertes Geld benötigst und du in Folge mit Verlust verkaufen musst, um an Geld zu gelangen.

Wie du jährlich über 1000 € sparst, die du dann gewinnbringend investieren kannst, erfährst du hier.

Abschließende Worte zu Corona-Krise am Aktienmarkt

Im Zusammenhang mit einer nachhaltigen und langfristigen Anlagestrategie, gepaart mit Qualitätsaktien, lässt sich viel entspannter leben.

Bei fallenden Kursen kannst du unterbewertete Aktientitel dazukaufen oder nachkaufen und so mittel- bis langfristig betrachtet, deine Rendite erhöhen.

Auch wenn dein Depot mal ins Minus rauscht, kannst du entspannt bleiben, da du ja nur Wertpapiere gekauft hast, von deren hoher Qualität und langfristigem Erfolg du überzeugt bist.

Mehr über die Hintergründe und wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus, erfährst du in dem Beitrag ,,Die Corona-Krise – Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaft‘‘.


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