Verlustvortrag – Kostenerstattung mit der ,,Studenten-Steuererklärung“ – TEIL 4

Verlustvortrag Teil 4

Ein Studium ist mit hohen Kosten verbunden. Seien es Semesterbeiträge, Exkursionen, Lehrmaterial oder Fahrtkosten zur Uni. Mit einem sogenannten Verlustvortrag können sich (ehemalige) Studenten für bis zu 7 Jahre rückwirkend Kosten anrechnen lassen, die während des Studiums angefallen sind. Im Optimalfall erhält man so nach Ende des Studiums mehrere 1000 € Steuerrückzahlung vom Finanzamt. Ein Haufen Geld. Eine um schöne Art ins Berufsleben zu starten.

Diese Beitragsreihe rund ums Thema Verlustvortrag ist mehrteilig und wie folgt untergliedert:

Teil 1 dreht sich um die Erläuterung, was ein Verlustvortrag eigentlich ist, hinterlegt mit einem anschaulichen Beispiel.

Teil 2 dreht sich um die Studienkosten, die in einem Verlustvortrag angerechnet werden können sowie das Ausfüllen der Steuererklärung.

In Teil 3 werden wichtige Tipps zum Verlustvortrag vorgestellt, die du beachten solltest.

Teil 4 (den liest du gerade) zeigt, wie ich selbst bei meinem Verlustvortrag vorgegangen bin und wie viel Geld ich erhalten habe.

So habe ich meinen Verlustvortrag geltend gemacht

Ich habe erst kurz nach meinem Studium von der Möglichkeit erfahren, einen Teil der Studienkosten über Verlustvorträge zurückzuholen.

Da bis zu 7 Jahre rückwirkend Verluste geltend gemacht werden können war das kein Problem. Ich habe Verlustvorträge für die Jahre 2014 – 2018 ausgefüllt und ans Finanzamt geschickt.

Dafür habe ich die Software ElsterFormular verwendet. Leider wird diese letztmalig im Jahr 2020 für das Steuerjahr 2019 zur Verfügung gestellt. Danach kann die Steuererklärung nicht mehr mit ElsterFormular erstellt werden.

Nun muss die Steuererklärung direkt auf Mein Elster (= Elster-Online-Portal) erstellt werden. Oder du verwendest Software von Drittanbietern.

Wie das mit Mein Elster funktioniert, ist in folgendem Video gut erklärt:

Die Jahre 2014, 2015 und ein Teil des Jahres 2016 habe ich für mein Bachelorstudium ausgefüllt. Dieses gilt als Erststudium. Zu dem Zeitpunkt, als ich die Jahre bearbeitete, stand die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts noch aus.

2020 wurde entschieden, dass Kosten für ein Erststudium nicht als Werbungskosten angerechnet werden können. Daher verfielen die abgegebenen Verlustvorträge dieses Zeitraums wirkungslos.

Relevant waren somit nur noch die Verlustvorträge der Jahre 2016 (ab Oktober), 2017 und 2018. Im Jahr 2018 hatte ich Einnahmen von 1200 €, sodass sich die Verluste entsprechend verringerten.

Unterm Strich wurde vom Finanzamt ein verbleibender Verlust von rund 4000 € festgestellt.

2019 habe ich eine Arbeitsstelle angetreten. 2020 habe ich die Steuererklärung für 2019 mit Hinweis auf einen verbleibenden Verlustvortrag eingereicht.

Der Einfachheit halber habe ich für die Steuererklärung die Steuererklärungs-Software QuickSteuer verwendet, die die eingetragenen Daten direkt an Elster überträgt.

So viel Geld habe ich erstattet bekommen

Durch die Abgabe von Verlustvorträgen, unter Angabe meiner Studienkosten (= Werbungskosten), erhielt ich eine Steuerrückzahlung in Höhe von 1084 €.

Hat sich definitiv gelohnt!

Fazit zum Verlustvortrag

Die wenigsten Studenten wissen, was ein Verlustvortrag ist. Dabei können dir dadurch bis zu mehrere tausend Euro erstattet werden. Geld, das du ohne Verlustvortrag dem Finanzamt überlässt.

Es gibt viele Fallstricke, wodurch du im Endeffekt doch keine Erstattung bekommst. Daher ist das Wissen darum, dass es sowas wie einen Verlustvortrag gibt, essenziell, um rechtzeitig zu agieren und Fehler zu vermeiden.

Ich hoffe diese Beitragsreihe kann dazu beitragen, den ein oder anderen zu ermutigen, den eigenen Verlustvortrag in Angriff zu nehmen.

Hier kommst du zum dritten, zweiten und ersten Teil der Beitragsreihe rund um ,,Verlustvortrag‘‘.


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